Nach dem Konzert

Nach dem Konzert:
Heute Morgen wache ich mit einem Lächeln, aber auch mit schmerzenden Knien und Rücken auf. Das gestrige Konzert hallt immer noch in meinem Kopf und die vielen Eindrücke und die Musik schwirren durch meine Gedanken.
Was für ein Tag!

Generalprobe

Rückblick:


Bereits am frühen Morgen fange ich an meine Notenmappe zu präparieren, damit ich alle Liedtexte in der richtigen Reihenfolge vorliegen habe und nur ja kein Notenblatt sich während des Auftritts verselbstständigt. Dann kommt das Outfit an die Reihe. Bluse für den klassischen Teil, Shirt für für die Popsongs rauslegen; schwarze Schuhe, schwarze Jeans…Mist, die geplante Jeans hat doch beim letzten Auftritt noch gut gepasst. Eine Ersatzhose muss her (Kreisch!) Gut, dass ich noch Ausweichmodelle im Schrank habe.
Erst einmal in Ruhe was essen und ausreichend trinken. Der Tag wird lang und anstrengend werden. Bereits mit dem ersten Kaffee beginne ich die Liedtexte durchzugehen. Immer wieder gehe ich meine persönlichen Stolpersteine durch, bis dass endlich alles klappt! Jetzt noch schnell stylen (wie soll ich bei Graupelschauer nur einigermaßen trocken zum Konzert kommen?!) und dann geht’s los zum Bergischen Löwen.


Ich bin früh dran. Stolz benutze ich den Eingang „Nur für Künstler“. Vereinzelte Feen und ein paar Mitarbeiter wuseln geschäftig durch die Gänge. Ich suche mir unsere Garderobe. Alles sehr professionell mit beleuchteten Spiegeln, Schminktischen und Schränken für unsere Kleidung. Nur für uns, kaum zu glauben?!

So langsam kommt das Kribbeln. Bevor ich aber nervös werde, helfe ich schnell beim Austeilen der Programmhefte. In der Zwischenzeit strömen aus allen Ecken froh gelaunte, in den Chorfarben gekleidete, Sängerinnen.

Nur kurze Zeit später geht es auch schon auf die Bühne zum Einsingen. Der Blick in den Saal, die ganze Bühnentechnik und auch die Band sind sehr beeindruckend. Viel Zeit zum Umschauen bleibt aber nicht, denn es geht sofort konzentriert los. Gezielt werden einige Lieder angesungen, der Sound und das Licht gecheckt. Stefan scheint an mehreren Stellen gleichzeitig Dinge zu regeln. Zum Schluss ist er aber zufrieden und wenn er zufrieden ist, sind wir es auch. Es kann also losgehen.
Noch einmal zurück in die Umkleide und dann ab auf die Bühne; aber bitte geordnet. Der Vorhang geht auf und ab jetzt heißt es, alle Liedtexte und jede Regieanweisung abzurufen, die wir in den letzten Monaten erlernt haben.

Nach dem ersten Applaus löst sich dann auch die letzte Anspannung und der Spaß kann so richtig losgehen. Irgendwann hatte ich dann kurz einen kleinen Blackout bei „Listen to the Music“. Wie startet noch einmal die erste Strophe? Ein Lied, dass ich sonst wie im Schlaf auswendig singen kann und jetzt krame ich hilflos in meinem Gehirn nach den ersten Worten. Schnell einen hilfesuchenden Blick zu Kerstin geschickt und die formte dann geistesgegenwärtig mit den Lippen “Don‘t you feel“. Gerettet! Dankeschöööön!


Das ganze Konzert ist wie ein Rausch und als der letzte Vorhang fällt, kann ich es kaum glauben, dass jetzt alles vorbei ist.
Alle umarmen sich und reden wild durcheinander, wie schön es doch war.
Noch schnell umziehen und dann ab ins Foyer zu Freunden und Verwandten zur Aftershow Party. In meinem Falle haben wir bis um 1:30 Uhr gefeiert und dann bin ich mit schmerzenden Knien und Rücken mit einem Lächeln ins Bett gefallen. So schließt sich der Kreis. Schön war’s!
Lorena

Kölner Stadt Anzeiger 23.04.2024